Leistungsdiagnostik im NLZ: Tests und was Eltern davon haben
Sprint, Sprung, Ausdauer, dazu Körpergröße und manchmal ein Ultraschall der Hand: Leistungszentren messen viel. Dieser Text erklärt, welche Tests in Studien und Vereinsbeschreibungen vorkommen, was die Ergebnisse über die Zukunft eines Kindes sagen und was nicht, warum die körperliche Reife viele Zahlen verschieben kann und welche Rechte ihr bei diesen Daten habt. Er bewertet keine Ergebnisse eures Kindes.

Inhalt
Irgendwann erzählt euer Kind von einem Testtag: Sprints, Sprünge, ein Ausdauerlauf, vielleicht wurde auch die Körpergröße gemessen oder die Hand per Ultraschall untersucht. Und ihr fragt euch, was mit den Zahlen passiert und ob sie über die Zukunft entscheiden.
Dieser Text erklärt, welche Tests in Studien und Vereinsbeschreibungen vorkommen, was die Ergebnisse vorhersagen können und was nicht, warum die körperliche Reife viele Zahlen verschieben kann und welche Rechte ihr bei diesen Daten habt. Er bewertet keine Ergebnisse eures Kindes. Wie eine Sichtung für das Talentförderprogramm abläuft, steht in Hat unser Kind Talent für Fußball? Was sich früh sagen lässt; was im Wachstumsschub mit der Belastung passiert, in Wachstumsschub und Belastung: Beschwerden junger Fußballer.
Wozu Leistungszentren testen
Dass getestet wird, ist kein Sonderfall. Eine Übersichtsarbeit von Androulakis und Koundourakis (Sports, 2026) beschreibt, dass Nachwuchsakademien zunehmend körperliche Tests, Überwachung, Körpermaße und Leistungsanalysen nutzen, um die Entwicklung der Spieler und die Trainingssteuerung zu unterstützen. Vereine begründen ihre Tests ähnlich. Der MSV Duisburg schrieb schon 2013 nach einer Testreihe seiner U16, U17 und U19, mit den Ergebnissen sei es möglich, „gezielt auf die Trainingssteuerung Einfluss zu nehmen“.
Laut diesen Beschreibungen sollen die Tests vor allem dem Training dienen: Wo hat ein Spieler Defizite, was soll er üben, wie hat er sich seit dem letzten Test entwickelt. Wie oft ein Leistungszentrum testet und welche Tests es nutzt, legt jeder Verein selbst fest; eine einheitliche Liste für alle Leistungszentren haben wir nicht gefunden (Stand 24.10.2026).
Was typischerweise gemessen wird
Die Tests in den hier geprüften Quellen lassen sich in vier Gruppen ordnen.
- Schnelligkeit: Sprints über kurze Strecken und Läufe mit Richtungswechseln. In einer Studie mit 70 Akademiespielern der U14 bis U19 (Havanecz und Ihász, 2026) waren das ein 30-Meter-Sprint und ein Gewandtheitstest mit und ohne Ball.
- Sprungkraft: etwa der Standweitsprung in derselben Studie oder der Sprung aus dem Stand mit Ausholbewegung, den eine andere Studie nutzte.
- Ausdauer: zum Beispiel der Yo-Yo Intermittent Recovery Test, den beide genannten Studien nutzten; eine davon maß zusätzlich die maximale Sauerstoffaufnahme.
- Technik: Dribbling, Ballkontrolle, Torschuss, Jonglieren. Der MSV Duisburg ließ 2013 sechs Aufgaben absolvieren, neben Schnelligkeits- und Gewandtheitslauf eben diese vier.
Dazu kommen Körpermaße: Größe, Gewicht, manchmal Sitzhöhe und Körperzusammensetzung. Sie dienen vor allem dazu, die körperliche Reife zu schätzen, dazu unten mehr. Im DFB-Talentförderprogramm gehören fünf Tests zur motorischen Diagnostik: Sprint, Gewandtheit, Dribbling, Ballkontrolle und Jonglieren.
Was die Ergebnisse vorhersagen und was nicht
Eine große deutsche Untersuchung dazu stammt aus dem Talentförderprogramm. Höner und Kollegen (Frontiers in Sports and Active Living, 2021) haben 13.869 Spieler der U12 bis U15 begleitet. Neben den fünf Tests beurteilten Trainer Schusstechnik, Ausdauer, Taktik und psychosoziale Fähigkeiten. Als Erfolg galt, ob ein Spieler drei Spielzeiten später im Leistungszentrum spielte; das erreichten 9 Prozent.
13.869
Spieler der U12 bis U15 begleitet
9 %
spielten drei Spielzeiten später im Leistungszentrum
15–20 %
der Unterschiede erklärten Tests und Trainerurteil zusammen
Die später Ausgewählten schnitten im Schnitt in allen Tests und Trainerurteilen besser ab. Am besten sagten Tests und Trainerurteil gemeinsam voraus, wer es schaffte. Doch auch dieses beste Modell erklärte statistisch nur 15 bis 20 Prozent der Unterschiede zwischen später ausgewählten und nicht ausgewählten Spielern. Am aussagekräftigsten waren Sprint, Taktik und Dribbling. Die Autoren werten das als Argument dafür, Tests und Trainerurteil zu kombinieren, statt sich auf eines von beiden zu verlassen. Für Spielerinnen der U15 kam eine Studie von Leyhr und Kollegen (European Journal of Sport Science, 2025) zu einem verwandten Ergebnis: Die Sprintleistung war in allen Modellen aussagekräftig.
Für euch heißt das: Ein guter Sprintwert ist ein Hinweis, keine Prognose. Und ein schwacher Wert in einem einzelnen Test sagt wenig darüber, wie es in drei Jahren aussieht. Die Übersichtsarbeit von Androulakis und Koundourakis formuliert es so: Entscheidungen, die sich „exclusively on isolated testing outcomes“ stützen (auf Deutsch: „ausschließlich auf einzelne Testergebnisse“), bildeten die Entwicklungsbedürfnisse junger Spieler womöglich nur unzureichend ab.
Warum die körperliche Reife viele Zahlen verschieben kann
Leyhr und Kollegen schreiben in einer Studie von 2020, reifebedingte Leistungsunterschiede innerhalb derselben Altersgruppe könnten früh entwickelten Spielern größere Chancen auf eine Auswahl verschaffen. Wie sich die Reife in einzelnen Tests zeigt, beschreibt eine kleine Studie mit 43 Spielern um 13 Jahre (Wang und Kollegen, PeerJ, 2026): Dort sprangen die Spieler, die ihren Wachstumsgipfel schon hinter sich hatten, höher, hatten aber eine geringere maximale Sauerstoffaufnahme; bei den Sprintzeiten fanden die Autoren keinen Unterschied. Wie stark die Reife einzelne Werte beeinflusst, unterscheidet sich also je nach Test. Havanecz und Ihász schreiben, Testwerte sollten „interpreted alongside maturity status and individual developmental characteristics“ werden (auf Deutsch: „zusammen mit dem Reifestand und den individuellen Entwicklungsmerkmalen gelesen“).
Wie stark die Reife die Auswahl beeinflusst, zeigt eine Studie von Leyhr und Kollegen zu den U15-Sichtungsturnieren des DFB (Journal of Sports Sciences, online 2025). Bei 695 Spielern aus den Landesverbandsauswahlen fanden sie eine große Verzerrung zugunsten der biologisch Reiferen schon bei der Vorauswahl; bei der Nominierung für den erweiterten U15-Nationalkader waren die Reifevorteile nur noch klein. Geburtsmonat und Reife sind nicht dasselbe; wie beides zusammenhängt, steht in Geburtsmonat und Auswahl: der relative Alterseffekt.
Wie die Reife geschätzt wird und wie genau das ist
Eine Einschätzung der Reife beruht auf Messwerten wie Größe, Gewicht und Sitzhöhe, je nach Verfahren auch der Größe der Eltern oder dem Skelettalter. Bei Eintracht Frankfurt etwa kann der skelettale Reifegrad laut der Seite zum Bio-Banding zusätzlich per Ultraschall an der Hand eingeschätzt werden; die Messung sei nicht invasiv und verursache „keine Strahlenbelastung“. Die Messwerte würden nicht isoliert betrachtet.
Genau sind diese Schätzungen nur begrenzt. In einer Akademie-Studie von Monasterio und Kollegen (Medicine and Science in Sports and Exercise, 2024) ordneten verbreitete Gleichungen zur Schätzung des Abstands zum Wachstumsgipfel etwa ein Drittel bis die Hälfte der Spieler falsch ein. Besser schnitten in derselben Studie die Auswertung der über Jahre gemessenen Körpergröße und der Anteil an der vorhergesagten Erwachsenengröße ab. Leyhr und Kollegen haben 2020 einfache Verfahren mit einer Magnetresonanztomografie verglichen. Sie halten einfache Verfahren grundsätzlich für brauchbar, empfehlen aber, weil einzelne Verfahren im Einzelfall abwichen, mindestens zwei zu kombinieren.
Was einfließen kann
- Körpergröße, Körpergewicht, Sitzhöhe
- je nach Verfahren die Größe der Eltern
- das Skelettalter, etwa per Ultraschall an der Hand
Wo die Grenzen liegen
- verbreitete Gleichungen stuften ein Drittel bis die Hälfte der Spieler falsch ein
- eine deutsche Studie empfiehlt, mindestens zwei Verfahren zu kombinieren
- einfache Verfahren wichen im Einzelfall von der MRT ab
Neun Fachleute aus britischen Profi-Akademien waren sich in einer Befragung von Sullivan und Kollegen (PLOS ONE, 2024) einig, dass Reifedaten für Verletzungsvorbeugung sowie für körperliche und leistungsbezogene Zwecke wichtig sind, ausdrücklich aber „not for recruitment or retain/release purposes“ (auf Deutsch: „nicht für die Anwerbung von Spielern oder für Entscheidungen über Verbleib und Abgang“). Eintracht Frankfurt schreibt zu seiner Einteilung nach Reife: „Die Gruppenzuteilung allein ist keine Bewertung von Talent, Leistung oder langfristigem Potenzial.“
Was ihr von den Tests habt
Richtig genutzt, können Tests euch und eurem Kind etwas zeigen: wie es sich über Monate entwickelt, woran es im Training arbeitet, ob es mitten im Wachstumsschub steckt. Dafür müsst ihr die Ergebnisse aber kennen und einordnen können. Eintracht Frankfurt gibt Eltern dafür einen Satz mit, den ihr eurem Kind sagen könnt: „Die Gruppe zeigt nicht, wie gut du bist. Sie soll dir heute die passende Herausforderung geben.“ Vergleiche mit anderen Spielern solle man vermeiden. Das lässt sich auf Testergebnisse übertragen: Entscheidend ist der Verlauf eures Kindes, nicht die Rangliste der Mannschaft.
Fragen, die ihr stellen könnt:
- Welche Tests macht das Leistungszentrum, wie oft, und wer führt sie durch?
- Wofür werden die Ergebnisse genutzt: Trainingsplanung, Belastungssteuerung, Auswahl?
- Bekommen Spieler und Eltern die Ergebnisse, und erklärt sie jemand?
- Wird die körperliche Reife geschätzt, mit welchem Verfahren, und wird sie bei der Bewertung der Testwerte berücksichtigt?
- Wie lange werden die Daten gespeichert, wer sieht sie, und werden sie an andere weitergegeben, etwa an den Verband oder einen anderen Verein?
Leistungsdaten Minderjähriger: Datenschutz in Grundzügen
Testwerte, Körpermaße und Reifeschätzungen betreffen euer Kind persönlich, und manche davon können nach dem Datenschutzrecht besonders geschützt sein. Die Datenschutzkonferenz der Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern zählt zu den besonders schutzbedürftigen Angaben nach Art. 9 DS-GVO alle, die direkt oder indirekt etwas über die Gesundheit verraten, und nennt als Beispiel ausdrücklich die „körperliche oder geistige Verfassung“ (Kurzpapier Nr. 17). Für solche Daten gilt laut demselben Papier ein grundsätzliches Verbot der Verarbeitung mit Ausnahmen, etwa einer ausdrücklichen Einwilligung. Welche Testwerte im Einzelfall darunter fallen, ist eine Rechtsfrage, die wir hier nicht beantworten.
Ein Recht gilt unabhängig davon: das Recht auf Auskunft nach Art. 15 DS-GVO. Laut Kurzpapier Nr. 6 der Datenschutzkonferenz kann eine betroffene Person „mit formlosem Antrag und ohne Begründung“ Auskunft über die gespeicherten Daten verlangen. Der Verantwortliche stellt eine Kopie zur Verfügung, die Auskunft muss unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats erfolgen (nur in begründeten Ausnahmefällen später, worüber der Verein informieren muss) und ist in der Regel unentgeltlich. Wer dieses Recht für ein minderjähriges Kind ausübt, behandelt das Kurzpapier nicht; fragt im Zweifel beim Verein nach, wer dort für den Datenschutz zuständig ist. Wie Einwilligungen widerrufen und Daten gelöscht werden können, steht in Fördervertrag im Fußball: Was Eltern vorher wissen sollten, Fotos, Videos und Scouting-Daten behandelt Rechte im NLZ: Aufsicht, Versicherung, Daten, Kinderschutz.
Weiterlesen
- Wie eine Sichtung bewertet wird und was sie vorhersagt: Hat unser Kind Talent für Fußball? Was sich früh sagen lässt
- Geburtsmonat, Reife und Auswahl: Geburtsmonat und Auswahl: der relative Alterseffekt
- Wachstumsschub und Belastung: Wachstumsschub und Belastung: Beschwerden junger Fußballer
- Einwilligung, Widerruf und Daten im Vertrag: Fördervertrag im Fußball: Was Eltern vorher wissen sollten
- Fotos, Videos und Scouting-Daten: Rechte im NLZ: Aufsicht, Versicherung, Daten, Kinderschutz
Dieser Text ist eine allgemeine Einordnung. Er ist keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung und bewertet keine Testergebnisse eines einzelnen Kindes.
Quellen
Quelle 1Akademien testen und überwachen zunehmend (Androulakis und Koundourakis 2026)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„Youth football academies increasingly utilize physical testing, athlete monitoring, anthropometric profiling, and performance analysis to support athlete development and training management.“
Auf Deutsch: „Nachwuchsakademien im Fußball nutzen zunehmend körperliche Tests, Athletenüberwachung, Körpermaße und Leistungsanalysen, um die Entwicklung der Spieler und die Trainingssteuerung zu unterstützen.“
Quelle 2Entscheidungen allein auf einzelne Testergebnisse zu stützen, greift zu kurz (Androulakis und Koundourakis 2026)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„Consequently, athlete-management decisions based exclusively on isolated testing outcomes may inadequately reflect the developmental needs of young players.“
Auf Deutsch: „Entscheidungen über Spieler, die sich ausschließlich auf einzelne Testergebnisse stützen, bilden die Entwicklungsbedürfnisse junger Spieler deshalb möglicherweise nur unzureichend ab.“
Quelle 3Beispiel einer Testbatterie in einer Akademie: Sprint, Gewandtheit, Sprung, Ausdauer (Havanecz und Ihász 2026)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„Seventy academy players completed anthropometric and body composition assessments, the Functional Movement Screen, a 30-m linear sprint, the Illinois Agility Test with and without the ball to assess change-of-direction speed (CODs), a standing long jump, and the Yo-Yo Intermittent Recovery Test Level 1.“
Auf Deutsch: „Siebzig Akademiespieler absolvierten Messungen der Körpermaße und der Körperzusammensetzung, den Functional Movement Screen, einen 30-Meter-Sprint, den Illinois-Agility-Test mit und ohne Ball zur Messung der Richtungswechsel-Schnelligkeit, einen Standweitsprung und den Yo-Yo Intermittent Recovery Test Level 1.“
Quelle 4Werte nur zusammen mit dem Reifestand lesen (Havanecz und Ihász 2026)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„The reported age-category values may provide preliminary benchmarks for evaluating youth academy soccer players, but they should be interpreted alongside maturity status and individual developmental characteristics.“
Auf Deutsch: „Die berichteten Werte je Altersklasse können vorläufige Vergleichsmaßstäbe für die Beurteilung von Akademiespielern liefern, sollten aber zusammen mit dem Reifestand und den individuellen Entwicklungsmerkmalen gelesen werden.“
Quelle 5Spieler nach dem Wachstumsgipfel: höherer Sprung, geringere maximale Sauerstoffaufnahme, beim Sprint kein Unterschied (Wang u. a. 2026)
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„In terms of performance, the post-PHV group recorded significantly lower VO 2max ( p < 0.05) but higher CMJ heights ( p < 0.001), while sprint times showed no significant variation across maturity stages ( p > 0.05).“
Auf Deutsch: „Bei der Leistung hatte die Gruppe nach dem Wachstumsgipfel eine deutlich geringere maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max; p < 0,05), aber höhere Werte im Sprung aus dem Stand mit Ausholbewegung (p < 0,001), während sich die Sprintzeiten zwischen den Reifestufen nicht signifikant unterschieden (p > 0,05).“
Quelle 6MSV Duisburg 2013: sechs Aufgaben einer technisch-motorischen Leistungsdiagnostik
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„Neben dem Schnelligkeits- und dem Gewandtheitslauf standen noch Dribbling, Ballkontrolle, Torschusstraining und Balljonglieren auf der Liste.“
Quelle 7MSV Duisburg 2013: Ergebnisse für die Trainingssteuerung
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„„Mit den Ergebnisse ist es möglich, gezielt auf die Trainingssteuerung Einfluss zu nehmen““
Quelle 8DFB-Talentförderprogramm: 13.869 Spieler von U12 bis U15, objektive und subjektive Beurteilung (Höner u. a. 2021)
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„Participants completed an objective motor diagnostic (sprint, agility, dribbling, ball control, juggling) and were subjectively rated by their coaches (kicking skills, endurance, individual tactical skills, psychosocial skills).“
Auf Deutsch: „Die Teilnehmer absolvierten eine objektive motorische Diagnostik (Sprint, Gewandtheit, Dribbling, Ballkontrolle, Jonglieren) und wurden von ihren Trainern subjektiv beurteilt (Schusstechnik, Ausdauer, individuelle Taktik, psychosoziale Fähigkeiten).“
Quelle 9Erfolgskriterium: drei Spielzeiten später im Leistungszentrum, das erreichten 9 Prozent (Höner u. a. 2021)
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„Players' success three seasons later was operationalized by achieving professional youth academy level or not (success rate, 9%).“
Auf Deutsch: „Als Erfolg galt, ob ein Spieler drei Spielzeiten später das Niveau eines Leistungszentrums erreicht hatte (Erfolgsquote 9 %).“
Quelle 10Beste Vorhersage aus Tests und Trainerurteil zusammen: Nagelkerkes R² 0,15 bis 0,20 (Höner u. a. 2021)
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„However, model 3 revealed the best statistical explanatory power in each age group (0.15 ≤ Nagelkerke's R 2 ≤ 0.20; p < 0.001). In this combined assessment model, sprint, tactical skills, and dribbling were found to be the most predictive variables.“
Auf Deutsch: „Das kombinierte Modell 3 hatte jedoch in jeder Altersklasse die beste statistische Erklärungskraft (0,15 ≤ Nagelkerkes R2 ≤ 0,20; p < 0,001). In diesem Modell erwiesen sich Sprint, Taktik und Dribbling als die aussagekräftigsten Merkmale.“
Quelle 11Spielerinnen U15: der Sprint war in allen Modellen aussagekräftig (Leyhr u. a. 2025)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„Sprint performance reached significance across models, whereas the sole significant subjective predictor was tactical skills regarding participation in the Women's Bundesliga.“
Auf Deutsch: „Die Sprintleistung war in allen Modellen signifikant, während das einzige signifikante subjektive Merkmal die Taktik war, und zwar für das spätere Spielen in der Frauen-Bundesliga.“
Quelle 12Reife schätzen: Vergleich einfacher Verfahren mit der MRT, Empfehlung von mindestens zwei Verfahren (Leyhr u. a. 2020)
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„However, the observed individual level differences for some of the utilized procedures led to the recommendation for practitioners to use at least two alternative assessment methods in order to receive more reliable information about players' BMS within the talent promotion process.“
Auf Deutsch: „Die bei einigen der verwendeten Verfahren beobachteten Abweichungen im Einzelfall führten jedoch zu der Empfehlung an die Praxis, mindestens zwei alternative Verfahren zu nutzen, um im Förderprozess verlässlichere Informationen über den biologischen Reifestand der Spieler zu erhalten.“
Quelle 13Reife-Gleichungen stuften etwa ein Drittel bis die Hälfte der Spieler falsch ein (Monasterio u. a. 2024)
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„Predicted maturity offset with the Mirwald, Moore-1, and Fransen equations misclassified about one-third to one-half of the players, whereas concordance based on PAH% varied with the band used, but not with the method of height prediction.“
Auf Deutsch: „Der mit den Gleichungen nach Mirwald, Moore-1 und Fransen vorhergesagte Reifeabstand ordnete etwa ein Drittel bis die Hälfte der Spieler falsch ein; die Übereinstimmung auf Basis des Prozentanteils der vorhergesagten Erwachsenengröße hing vom gewählten Bereich ab, nicht aber vom Verfahren der Größenvorhersage.“
Quelle 14DFB-Sichtungsturniere U15: biologisch Reifere werden häufiger in Verbandsauswahlen ausgewählt (Leyhr u. a. 2026)
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„When compared to players' expected BMS, a significant large pre-selection bias was observed favouring players with higher BMS to get selected for a regional association team“
Auf Deutsch: „Im Vergleich zum erwarteten biologischen Reifestand zeigte sich eine deutliche, große Verzerrung bei der Vorauswahl: Spieler mit höherem Reifestand wurden häufiger für eine Landesverbandsauswahl ausgewählt“
Quelle 15Reifedaten nicht für Auswahl und Aussortieren nutzen (Sullivan u. a. 2024, Delphi-Befragung)
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„Panellists also agreed that maturity-related data collection is important for injury prevention as well as physical and performance-related purposes, but not for recruitment or retain/release purposes.“
Auf Deutsch: „Die Fachleute waren sich außerdem einig, dass das Erheben von Reifedaten für die Verletzungsvorbeugung sowie für körperliche und leistungsbezogene Zwecke wichtig ist, nicht aber für die Anwerbung von Spielern oder für Entscheidungen über Verbleib und Abgang.“
Quelle 16Welche Messwerte für den Reifestatus erhoben werden können (Eintracht Frankfurt, Seite Bio-Banding)
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„Für die Einschätzung des Reifestatus können verschiedene körperbezogene Messwerte erhoben werden. Dazu gehören beispielsweise Körpergröße, Körpergewicht, Sitzhöhe und – je nach verwendeter Methode – weitere Angaben wie die Körpergröße der Eltern oder der skelettale Reifegrad.“
Quelle 17Ultraschall an der Hand, ohne Strahlenbelastung (Eintracht Frankfurt)
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„Im NLZ von Eintracht Frankfurt kann der skelettale Reifegrad zusätzlich mithilfe von Ultraschallmessungen an der Hand eingeschätzt werden. Die Messung ist nicht invasiv und verursacht keine Strahlenbelastung.“
Quelle 18Die Gruppeneinteilung nach Reife ist keine Bewertung (Eintracht Frankfurt)
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„Die Gruppenzuteilung allein ist keine Bewertung von Talent, Leistung oder langfristigem Potenzial.“
Quelle 19Was Eltern ihrem Kind sagen können (Eintracht Frankfurt)
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„„Die Gruppe zeigt nicht, wie gut du bist. Sie soll dir heute die passende Herausforderung geben.““
Quelle 20Angaben zur körperlichen Verfassung sind besonders geschützt (Datenschutzkonferenz, Kurzpapier Nr. 17)
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„Besonders schutzbedürftig sind alle Angaben, die direkt oder indirekt Informationen zu den in Art. 9 DS-GVO angegebenen Datenkategorien vermitteln (z. B. Einnahme von Medikamenten, körperliche oder geistige Verfassung, regelmäßiger Besuch einer bestimmten Kirche).“
Quelle 21Grundsätzliches Verbot mit Ausnahmen, etwa der ausdrücklichen Einwilligung (DSK, Kurzpapier Nr. 17)
Zitat anzeigen
„Art. 9 Abs. 1 DS-GVO bestimmt ein grundsätzliches Verbot der Verarbeitung von Daten dieser Kategorien.“
Quelle 22Auskunft formlos und ohne Begründung (DSK, Kurzpapier Nr. 6)
Zitat anzeigen
„Wie schon nach der bisherigen Rechtslage haben betroffene Personen das Recht mit formlosem Antrag und ohne Begründung von einem Verantwortlichen Auskunft über dort gespeicherte personenbezogene Daten zu verlangen.“
Quelle 23Kopie der Daten (DSK, Kurzpapier Nr. 6)
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„Der Verantwortliche stellt eine Kopie der Daten zur Verfügung (Art. 15 Abs. 3 Satz 1 DS-GVO).“
Quelle 24Frist ein Monat, in der Regel unentgeltlich (DSK, Kurzpapier Nr. 6)
Zitat anzeigen
„Auskunftserteilungen müssen gemäß Art. 12 Abs. 3 DS-GVO unverzüglich erfolgen, spätestens aber innerhalb eines Monats“
Quelle 25Reifebedingte Leistungsunterschiede in derselben Altersgruppe können die Auswahl beeinflussen (Leyhr u. a. 2020)
Zitat anzeigen (Original, EN)
„During adolescence, maturity-related performance differences within the same age group may cause greater chances of being selected for early maturing players.“
Auf Deutsch: „In der Pubertät können reifebedingte Leistungsunterschiede innerhalb derselben Altersgruppe dazu führen, dass früh entwickelte Spieler größere Chancen haben, ausgewählt zu werden.“
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