Schule, Ausbildung, Studium: Was aus Spielern wird
Was wird aus Schule, Ausbildung und Studium, wenn ein Kind im Leistungszentrum spielt? Dieser Text stellt zusammen, was belegt ist: Bildungszahlen von Profis und Bundesliga-Spielerinnen, eine Studie zu Noten an einer Eliteschule des Fußballs, Schulzeitstreckung und Angebote von Vereinen nach dem Abschluss. Jeweils mit Bezugsgruppe und Jahr, ohne Prognose für euer Kind.

Inhalt
Neben dem Trainingsplan steht irgendwann eine zweite Frage: Was wird aus der Schule? Und was bleibt, wenn es mit dem Fußball nicht reicht — welcher Abschluss, welche Ausbildung, welches Studium?
Dieser Text sammelt, was dazu belegt ist: wie es Profis mit Ausbildung und Studium halten, was eine Untersuchung an einer Eliteschule des Fußballs über Noten zeigt, was Schulzeitstreckung bedeutet und was Vereine nach dem Schulabschluss anbieten. Um Internat und Unterbringung geht es in NLZ-Internat mit 14? Was Familien vorher klären sollten, um die Wege nach einem Ausscheiden in Nach dem NLZ: Wege in Verein, Schule und Sport. Eine Schullaufbahnberatung für euer Kind ersetzt dieser Text nicht.
Was die Daten hergeben — und wo sie aufhören
Eine Erhebung darüber, welche Schulabschlüsse Spieler aus deutschen Leistungszentren später erreichen, haben wir in den von uns geprüften Quellen nicht gefunden (Stand 23.10.2026). Was es gibt, sind Ausschnitte: eine Befragung von Profis, eine Befragung von Bundesliga-Spielerinnen, eine Langzeitstudie an einer einzelnen Eliteschule des Fußballs. Jede beschreibt eine andere Gruppe.
Wir nennen deshalb bei jeder Zahl, für wen und aus welchem Jahr sie ist. Keine davon ist eine Vorhersage für euer Kind.
Profis: die Bildungsbefragung der Spielergewerkschaft
Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) führt nach eigener Angabe gemeinsam mit der Hochschule Koblenz „regelmäßig Bildungstendenzstudien im Bereich des Profifußballs durch“. Den Studienbericht selbst konnten wir nicht abrufen. Die Zahlen der dritten Auflage stammen aus einer Meldung von SPORT1 vom 30. April 2018: Befragt wurden danach Profis der Bundesliga, der 2. Liga und der 3. Liga, 230 Spieler nahmen teil.
Das Ergebnis laut Meldung: „fast jeder zweite Profi“ besaß „weder eine Berufsqualifikation noch ist er dabei, eine solche zu erwerben“. 19,6 Prozent hatten eine abgeschlossene Berufsausbildung, 5,9 Prozent ein abgeschlossenes Hochschulstudium. 23 Prozent studierten zum Zeitpunkt der Befragung, 3,9 Prozent waren in einer Berufsausbildung. Und „nur rund jeder dritte Spieler“ beschäftigte sich häufig mit seiner Zukunftsplanung nach der aktiven Laufbahn.
19,6 %
mit abgeschlossener Berufsausbildung
5,9 %
mit abgeschlossenem Hochschulstudium
23 %
studierten zum Zeitpunkt der Befragung
Eine wissenschaftliche Arbeit von 2024 (dazu gleich mehr) zitiert dieselbe Befragung mit einer genaueren Zahl: Fast die Hälfte, 47,6 Prozent, habe keine berufliche Qualifikation und sei auch nicht dabei, eine zu erwerben. Die Arbeit ordnet die Befragten allerdings der 3. und 4. Liga zu, die Meldung von 2018 der Bundesliga bis 3. Liga — welche Angabe stimmt, können wir ohne den Bericht nicht prüfen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Zahlen wurden 2018 veröffentlicht. Und sie beschreiben Spieler, die den Sprung in den bezahlten Fußball geschafft haben; wie viele Jugendliche das sind, steht unter Chancen realistisch einordnen. Wie kurz dieser Abschnitt sein kann, sagt die VDV selbst: Die Karriere eines Profis neige sich „spätestens nach zehn Jahren“ dem Ende entgegen.
Bundesliga-Spielerinnen: Studium neben dem Leistungssport
Für den Frauenfußball gibt es neuere Zahlen. Peter Ehnold, Andreas Gohritz, Lena Lotzen und Torsten Schlesinger befragten von November 2021 bis Januar 2022 Spielerinnen der Frauen-Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga; 200 Fragebögen gingen in die Auswertung ein. Wer noch zur Schule ging, blieb bei der Frage nach Ausbildung und Studium außen vor. Von den übrigen waren 90,6 Prozent in einer Ausbildung oder einem Studium oder hatten eines abgeschlossen, 71,2 Prozent studierten oder hatten ein Studium abgeschlossen. Mehr dazu in NLZ für Mädchen: welche Wege es im Fußball gibt.
Aufschlussreich für Eltern ist die Frage nach der Wirkung. Die Mehrheit der Spielerinnen, 61,70 Prozent, berichtete, der Fußball habe „no impact on performance in vocational or academic education“ (auf Deutsch: „keinen Einfluss auf die Leistungen in Ausbildung oder Studium“). 20,2 Prozent berichteten von einem positiven Einfluss, 18,1 Prozent von einem negativen. Bei der Dauer sieht es anders aus: 30,5 Prozent gaben an, dass sich ihre Ausbildung oder ihr Studium durch den Fußball (deutlich) verlängert hat, 59,1 Prozent sahen keinen Einfluss, 10,3 Prozent eine Verbesserung. Alle Angaben sind Selbstauskünfte der Spielerinnen, keine gemessenen Noten oder Studienzeiten.
Als einen möglichen Grund für die gute Vereinbarkeit nennen die Autoren den vergleichsweise moderaten Trainingsumfang von durchschnittlich 13,2 Stunden pro Woche. Außerdem studiere die Mehrheit der Spielerinnen, und ein Studium lasse sich besser mit einer Sportkarriere verbinden als eine Berufsausbildung. Welche Anstrengungen und Entbehrungen die Vereinbarkeit kostet, hat die Studie nach eigener Angabe nicht untersucht.
Als mögliche Erklärung für den Unterschied zu Spielern der 3. und 4. Liga, mit denen sie vergleichen, nennen die Autoren das Einkommen: Ein höheres Einkommen könne eine Ausbildung aus finanzieller Sicht weniger nötig erscheinen lassen. Mit ihren Daten lasse sich das nicht beantworten, schreiben sie selbst. Bezugsgruppe aller Zahlen in diesem und im vorigen Abschnitt sind Spielerinnen und Spieler im Erwachsenenfußball, nicht Jugendliche im Leistungszentrum.
Eliteschule des Fußballs: was eine Langzeitstudie über Noten zeigt
An einer Eliteschule des Fußballs arbeiten Schule und Leistungszentrum zusammen (wie dieses Netz aufgebaut ist, steht in NLZ-Internat mit 14? Was Familien vorher klären sollten). Jennifer Breithecker und Hans Peter Brandl-Bredenbeck zählen, gestützt auf eine Beschreibung des DFB von 2016, als typische Unterstützung unter anderem „Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, zeitlich flexible Klausurtermine und zusätzliche Trainingseinheiten am Vormittag“ auf. Was eine bestimmte Schule davon anbietet, ist dort zu erfragen.
Die beiden haben eine bayerische Eliteschule des Fußballs mit Gymnasium, Realschule und Mittelschule von 2013 bis 2015 begleitet und die Fußballschüler mit den übrigen Schülerinnen und Schülern derselben Schule verglichen. Über alle drei Messzeitpunkte, von der fünften bis zur siebten Klasse, konnten sie 23 Fußballschüler und 89 Regelschülerinnen und Regelschüler erfassen. Die Fußballschüler trainierten zusätzlich an zwei Vormittagen während der Schulzeit im Leistungszentrum. Der Sport außerhalb der Schule nahm bei ihnen deutlich zu: von 5,23 Stunden pro Woche in der fünften auf 9,20 Stunden in der siebten Klasse.
Bei den Noten in Mathematik und Deutsch lagen beide Gruppen gleichauf: Alle Schülerinnen und Schüler hatten „gleichermaßen durchschnittliche Noten“. Das Fazit der Autoren: Die Eliteschüler des Fußballs wiesen unter Berücksichtigung der Noten sowie der sozialen und personalen Ressourcen „keinerlei Entwicklungsnachteile im Vergleich zu RegelschülerInnen“ auf.
Kernaussage: An einer bayerischen Eliteschule des Fußballs fanden die Forschenden bei Fußballschülern der Klassen fünf bis sieben keine Nachteile bei Noten sowie sozialen und personalen Ressourcen gegenüber ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Wie es in den höheren Klassen aussieht, ist offen.
Die Grenzen sind deutlich: eine einzige Schule, eine kleine Gruppe, nur die Klassen fünf bis sieben, und ein Vergleich von Gruppen, keine Aussage über Ursache und Wirkung. Die Autoren schreiben selbst: „Allerdings gilt es abzuwarten, wie sich die erhobenen Parameter im weiteren Verlauf der Schulzeit in den höheren Jahrgangsstufen entwickeln.“ Über die Jahre bis zum Abschluss sagt die Studie also nichts.
Mehr Zeit bis zum Abschluss: Schulzeitstreckung
Schon im April 2002 haben DFB, Kultusministerkonferenz und Sportministerkonferenz nach einem gemeinsamen Kongress in Potsdam festgehalten: „Der höchst mögliche Schulabschluss ist anzustreben.“ In derselben Erklärung steht die Schulzeitstreckung: Flexible Regelungen der Verweildauer in den Sekundarstufen I und II seien „unter Ausschöpfung der schulrechtlichen und -organisatorischen Möglichkeiten zur Entzerrung von zeitlichen Anforderungen anzustreben“. Das ist eine Absichtserklärung; ob eine Streckung möglich ist, hängt danach von den schulrechtlichen und schulorganisatorischen Möglichkeiten ab.
Wie weit das gehen kann, zeigt ein Modellversuch außerhalb des Fußballs: An der Eliteschule des Sports in Potsdam wurde laut Projektseite der Universität Potsdam seit dem Schuljahr 2011/12 das „Additive Abitur“ erprobt (Stand der Seite: November 2021). Es ermöglicht, die gymnasiale Oberstufe auf vier bis fünf Jahre zu strecken und die Abiturprüfungen auf mehrere Schuljahre zu verteilen. Als das Forschungsprojekt dazu 2016 begann, hieß es in der Projektbeschreibung: „Ein empirischer Nachweis zur Wirksamkeit steht jedoch aus.“ Das Projekt lief laut Seite bis Ende 2021 und hat Ergebnisse veröffentlicht; diese haben wir für diesen Text nicht ausgewertet.
Im Fußball nennt etwa der FC Erzgebirge Aue diese Möglichkeit: „So besteht für TOP- Talente die Möglichkeit einer Schulzeitstreckung.“ (laut Vereinsseite, Stand 23.10.2026). Fragt an der Schule eures Kindes nach, ob und unter welchen Bedingungen sie das anbietet.
Nach der Schule: Ausbildung, Studium, Freiwilligendienst
Was nach dem Schulabschluss kommt, beschreiben einzelne Vereine. Der FC Erzgebirge Aue begründet es so: Weil „nicht alle Kinder und Jugendlichen des NLZ den Beruf eines Profifußballers ergreifen können“, zeige das Leistungszentrum „frühzeitig die Wichtigkeit von Schule, Studium und Beruf auf“. Nach dem Schulabschluss versuche der Verein, „den Nachwuchsspielern adäquate Lehrstellenangebote, Studiengänge oder die Möglichkeit eines Bundesfreiwilligendienstes aufzuzeigen“. Genannt werden unter anderem Informationsveranstaltungen der Bundesagentur für Arbeit. Bei Ausbildungsplätzen würden „die sportlichen Perspektiven des jeweiligen Spielers und das Anforderungsprofil der zu besetzenden Ausbildungsstellen berücksichtigt“ (laut Vereinsseite, Stand 23.10.2026; Profil: NLZ-Profil FC Erzgebirge Aue e.V.).
Den Ansatz des SC Freiburg beschreibt ein Porträt des EU-geförderten Projekts EDU-DC zur dualen Karriere von Fußballtalenten, aus Sicht des Sportpsychologen der U17, U19 und U23. Danach will der Verein Spielern helfen, im Fußball so weit wie möglich zu kommen, und dabei „making sure they finish school, develop other interests and build an identity beyond athletic performance“ (auf Deutsch: „dafür sorgen, dass sie die Schule abschließen, andere Interessen entwickeln und eine Identität jenseits der sportlichen Leistung aufbauen“) (laut Projektseite, Stand 23.10.2026). Profil: NLZ-Profil Sport-Club Freiburg e.V..
Auch von außen kommt ein Angebot ins Leistungszentrum: Mit Unterstützung der DFL bietet die VDV nach eigener Angabe in den Nachwuchsleistungszentren und bei den Profiteams „auf Wunsch“ Schulungen zum Thema „Karriere nach der Karriere“ an.
Das sind Beispiele, keine Bewertung. Steht ein Angebot nicht auf der Vereinsseite, heißt das nicht, dass es fehlt — fragt nach.
Was ihr jetzt tun könnt
- Fragt im Leistungszentrum nach einer Ansprechperson für Schule und Ausbildung und danach, wie Schule und Verein sich abstimmen, etwa bei Lehrgängen, Turnieren und Klassenarbeiten.
- Fragt an der Schule, welche Hilfen es gibt — Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, verschobene Klausurtermine, Schulzeitstreckung — und wer darüber entscheidet.
- Behaltet die Noten über die Jahre im Blick. Die Studie an der Eliteschule reicht nur bis zur siebten Klasse; für die Zeit danach seid ihr auf eure eigenen Beobachtungen angewiesen.
- Sprecht früh über Ausbildung und Studium, nicht erst, wenn der Fußball endet. Ein Plan neben dem Fußball ist kein Misstrauen gegen den Traum.
- Fragt nach, ob das Leistungszentrum eine Schulung zur Berufsorientierung anbietet oder vermittelt.
- Wenn ein Fördervertrag ansteht: Was darin zu Schule und Ausbildung stehen kann, steht in Fördervertrag im Fußball: Was Eltern vorher wissen sollten.
Weiterlesen
- Internat, Gastfamilie und die Rolle der Schule: NLZ-Internat mit 14? Was Familien vorher klären sollten
- Wege nach dem Leistungszentrum, auch über Schule und Ausbildung: Nach dem NLZ: Wege in Verein, Schule und Sport
- Schule und Hausaufgaben im Familienalltag: Unser Kind ist im NLZ: Wie Familien den Alltag organisieren
- Wie viele Kinder aus dem Leistungszentrum Profi werden: Chancen realistisch einordnen
Quellen
Quelle 1Bildungsbefragung der VDV: dritte Auflage, Profis der Bundesliga, 2. und 3. Liga, 230 Teilnehmer (Meldung 2018)
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„die das Institut für Sportmanagement der Hochschule Koblenz im Auftrag der Spielergewerkschaft VDV durchgeführt hat. An der mittlerweile dritten Auflage der Befragung von Profis der Bundesliga sowie der 2. Liga und 3. Liga beteiligten sich 230 Spieler.“
Quelle 2Fast jeder zweite Profi ohne Berufsqualifikation; 19,6 Prozent mit abgeschlossener Berufsausbildung (VDV 2018)
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„Demnach besitzt fast jeder zweite Profi weder eine Berufsqualifikation noch ist er dabei, eine solche zu erwerben. Der Anteil der Spieler mit abgeschlossener Berufsausbildung beläuft sich auf 19,6 Prozent.“
Quelle 35,9 Prozent mit Hochschulabschluss, 23 Prozent im Studium, 3,9 Prozent in Berufsausbildung (VDV 2018)
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„5,9 Prozent der Profis können ein abgeschlossenem Hochschulstudium vorweisen. 23 Prozent der Kicker befinden sich gegenwärtig im Studium, 3,9 Prozent in einer Berufsausbildung.“
Quelle 4Nur rund jeder dritte Profi beschäftigt sich häufig mit der Zeit nach der Laufbahn (VDV 2018)
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„Allerdings beschäftigt sich nur rund jeder dritte Spieler häufig mit seiner Zukunftsplanung nach der aktiven Laufbahn.“
Quelle 5VDV führt mit der Hochschule Koblenz regelmäßig Bildungstendenzstudien durch
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„Gemeinsam mit dem Institut für Sportmanagement und Sportmedizin an der Hochschule Koblenz führt die VDV regelmäßig Bildungstendenzstudien im Bereich des Profifußballs durch.“
Quelle 6Dauer einer Profikarriere laut VDV
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„Die Karriere eines Profifußballers ist endlich, spätestens nach zehn Jahren neigt sie sich dem Ende entgegen.“
Quelle 7VDV-Schulungen „Karriere nach der Karriere“ in Nachwuchsleistungszentren
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„Mit Unterstützung der DFL führt die VDV in den Nachwuchsleistungszentren und bei den Profiteams auf Wunsch Schulungen zum Thema „Karriere nach der Karriere“ durch.“
Quelle 8Fast die Hälfte der Spieler ohne berufliche Qualifikation, zitiert nach der VDV-Bildungstendenzstudie (Ehnold u. a. 2024)
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„As Mazurkiewicz (23) was able to show, almost half (47.6%) of soccer players in the 3rd and 4th leagues in Germany do not have a professional qualification and are not pursuing vocational or academic education.“
Auf Deutsch: „Wie Mazurkiewicz (23) zeigen konnte, hat fast die Hälfte (47,6 %) der Fußballspieler in der 3. und 4. Liga in Deutschland keine berufliche Qualifikation und strebt auch keine schulisch-akademische oder berufliche Ausbildung an.“
Quelle 9Befragung von Spielerinnen der Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga, November 2021 bis Januar 2022 (Ehnold u. a. 2024)
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„From November 2021 to January 2022, an online survey was conducted among female soccer players in the German Women's Bundesliga and 2nd Women's Bundesliga.“
Auf Deutsch: „Von November 2021 bis Januar 2022 wurde eine Online-Befragung unter Fußballspielerinnen der deutschen Frauen-Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga durchgeführt.“
Quelle 10200 ausgewertete Fragebögen (Ehnold u. a. 2024)
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„A total of n = 200 questionnaires (German: n = 191; English: n = 9) were included in the analysis, which corresponds to approx. 29.6% of the population addressed.“
Auf Deutsch: „Insgesamt gingen n = 200 Fragebögen (Deutsch: n = 191; Englisch: n = 9) in die Auswertung ein, was etwa 29,6 % der angesprochenen Grundgesamtheit entspricht.“
Quelle 11Schülerinnen aus der Auswertung zu Ausbildung und Studium ausgenommen (Ehnold u. a. 2024)
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„For the analyses on pursuing and completing vocational or academic education, the schoolgirls were excluded from the analysis, as pursuing vocational or academic education is not yet relevant for them.“
Auf Deutsch: „Für die Auswertungen zu laufender und abgeschlossener beruflicher oder akademischer Ausbildung wurden die Schülerinnen ausgeschlossen, da eine solche Ausbildung für sie noch nicht relevant ist.“
Quelle 1290,6 Prozent in oder mit Ausbildung oder Studium, 71,2 Prozent studieren (Ehnold u. a. 2024)
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„90.6% of the players are pursuing or have already completed academic or vocational education. The majority (71.2%) of female soccer players choose to study.“
Auf Deutsch: „90,6 % der Spielerinnen absolvieren gerade eine akademische oder berufliche Ausbildung oder haben sie bereits abgeschlossen. Die Mehrheit (71,2 %) der Fußballspielerinnen entscheidet sich für ein Studium.“
Quelle 13Einfluss des Fußballs auf Ausbildung oder Studium: 61,70 Prozent keiner, 20,2 Prozent positiv (Ehnold u. a. 2024)
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„The majority (61.70%) of female soccer players also report that soccer has or had no impact on performance in vocational or academic education. 20.2% even report a positive impact of soccer on educational performance.“
Auf Deutsch: „Die Mehrheit (61,70 %) der Fußballspielerinnen berichtet zudem, dass der Fußball keinen Einfluss auf ihre Leistungen in Ausbildung oder Studium hat oder hatte. 20,2 % berichten sogar von einem positiven Einfluss des Fußballs auf ihre Bildungsleistungen.“
Quelle 1418,1 Prozent berichten einen negativen Einfluss (Ehnold u. a. 2024)
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„A negative influence of soccer on performance in vocational or academic education was reported by (only) 18.1% of female soccer players.“
Auf Deutsch: „Einen negativen Einfluss des Fußballs auf die Leistungen in Ausbildung oder Studium berichteten (nur) 18,1 % der Fußballspielerinnen.“
Quelle 15Möglicher Grund: moderater Trainingsumfang von durchschnittlich 13,2 Stunden pro Woche (Ehnold u. a. 2024)
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„A possible reason for the overall good compatibility between soccer and vocational or academic education may lie in the comparatively moderate amount of time that the female soccer players have to invest in training. The average of 13.2 h a week“
Auf Deutsch: „Ein möglicher Grund für die insgesamt gute Vereinbarkeit von Fußball und beruflicher oder akademischer Ausbildung könnte im vergleichsweise moderaten Zeitaufwand liegen, den die Fußballspielerinnen in das Training investieren müssen. Der Durchschnitt von 13,2 Stunden pro Woche“
Quelle 16Studium lässt sich nach den Autoren besser mit einer Sportkarriere verbinden als eine Berufsausbildung (Ehnold u. a. 2024)
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„In addition, the majority of female soccer players complete an academic education and, in comparison with vocational training, a sporting career can be better combined with studying“
Auf Deutsch: „Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Fußballspielerinnen ein Studium absolviert, und im Vergleich zu einer Berufsausbildung lässt sich eine Sportkarriere mit einem Studium besser verbinden“
Quelle 17Nicht untersucht: welche Anstrengungen und Entbehrungen die Vereinbarkeit kostet (Ehnold u. a. 2024)
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„However, it was not investigated which concrete efforts players have to make and potentially also which hardships they have to accept in order to achieve this.“
Auf Deutsch: „Nicht untersucht wurde jedoch, welche konkreten Anstrengungen die Spielerinnen dafür unternehmen und welche Entbehrungen sie möglicherweise in Kauf nehmen müssen.“
Quelle 18Einkommen als möglicher Grund für geringere Bildungsbereitschaft bei Männern — nach den Autoren spekulativ (Ehnold u. a. 2024)
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„Higher financial income may mean that taking up vocational or academic education is considered less necessary for financial reasons“
Auf Deutsch: „Ein höheres Einkommen kann dazu führen, dass eine berufliche oder akademische Ausbildung aus finanziellen Gründen als weniger notwendig angesehen wird“
Quelle 19Unterstützungsmaßnahmen an Eliteschulen des Fußballs (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Zu den konkreten Unterstützungsmaßnahmen zählen u. a. die Einrichtung von Sportprofilen (z. B. Sportkurse, Sportzüge), Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, zeitlich flexible Klausurtermine und zusätzliche Trainingseinheiten am Vormittag“
Quelle 20Längsschnitt an einer bayerischen Eliteschule des Fußballs, 2013 bis 2015 (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Seit dem Jahr 2013 wurde eine bayerische Eliteschule des Fußballs (Gymnasium, Realschule, Mittelschule) in einer Längsschnittuntersuchung im Vergleichsgruppendesign (t1-2013, t2-2014, t3-2015) wissenschaftlich begleitet.“
Quelle 21Längsschnittstichprobe: 23 Fußballschüler und 89 Regelschülerinnen und -schüler, Klasse 5 bis 7 (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Längsschnittlich konnten über alle Messzeitpunkte, d. h. von der fünften (t1) bis zur siebten Klasse (t3), 23 Fußballschüler (23 männlich, 0 weiblich) und 89 RegelschülerInnen (50 männlich, 39 weiblich) erfasst werden.“
Quelle 22Sportliche Aktivität der Fußballschüler: 5,23 bis 9,20 Stunden pro Woche (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Der Umfang sportlicher Aktivität beläuft sich in der fünften Klassenstufe auf 5,23 Stunden, in der sechsten Klassenstufe auf 8,15 Stunden und in der siebten Klassenstufe auf 9,20 Stunden“
Quelle 23Gleichermaßen durchschnittliche Noten in Mathematik und Deutsch (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Der Blick auf die Schulnoten macht deutlich, dass alle SchülerInnen gleichermaßen durchschnittliche Noten in den Hauptfächern Mathematik und Deutsch aufweisen.“
Quelle 24Keine Entwicklungsnachteile der Eliteschüler des Fußballs (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Die Eliteschüler des Fußballs weisen unter Berücksichtigung der Noten sowie der sozialen und personalen Ressourcen keinerlei Entwicklungsnachteile im Vergleich zu RegelschülerInnen auf, trotz zunehmender sportlicher Anforderungen in der Freizeit“
Quelle 25Vorbehalt: Entwicklung in höheren Jahrgangsstufen offen (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„Allerdings gilt es abzuwarten, wie sich die erhobenen Parameter im weiteren Verlauf der Schulzeit in den höheren Jahrgangsstufen entwickeln.“
Quelle 26Höchstmöglicher Schulabschluss als Ziel (Abschlusserklärung DFB, KMK, SMK 2002)
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„Schule und Schulausbildung sind als wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung und als eigenständiges soziales Beziehungsgeflecht von Jugendlichen anzuerkennen. Der höchst mögliche Schulabschluss ist anzustreben.“
Quelle 27Schulzeitstreckung in den Sekundarstufen I und II (Abschlusserklärung 2002)
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„Flexible Regelungen der Verweildauer in den Bildungsgängen der Sekundarstufen I und II (Schulzeitstreckung) sind unter Ausschöpfung der schulrechtlichen und -organisatorischen Möglichkeiten zur Entzerrung von zeitlichen Anforderungen anzustreben.“
Quelle 28Additives Abitur: Oberstufe auf vier bis fünf Jahre, Prüfungen über mehrere Schuljahre (Universität Potsdam)
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„Neben weit verbreiteten Fördermaßnahmen wird an der Eliteschule des Sports in Potsdam seit dem Schuljahr 2011/12 der Modellversuch des Additiven Abiturs erprobt. Das Additive Abitur ermöglicht es Leistungssportlern, die gymnasiale Oberstufe auf vier bis fünf Jahre zu strecken“
Quelle 29Wirksamkeit der Schulzeitstreckung zu Projektbeginn nicht empirisch belegt (Universität Potsdam)
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„Die Flexibilisierung der Schulzeit in der Sekundarstufe II mit Schulzeitstreckung und Additivem Abitur zählt zu den Maßnahmen, die das Belastungserleben vermindern könnten. Ein empirischer Nachweis zur Wirksamkeit steht jedoch aus.“
Quelle 30FC Erzgebirge Aue: Schulzeitstreckung für Top-Talente (Vereinsseite)
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„So besteht für TOP- Talente die Möglichkeit einer Schulzeitstreckung.“
Quelle 31FC Erzgebirge Aue: Wichtigkeit von Schule, Studium und Beruf (Vereinsseite)
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„Da trotz aller Förderung nicht alle Kinder und Jugendlichen des NLZ den Beruf eines Profifußballers ergreifen können und durch ihr sportliches Talent ihren Lebensunterhalt bestreiten werden, zeigt das NLZ frühzeitig die Wichtigkeit von Schule, Studium und Beruf auf.“
Quelle 32FC Erzgebirge Aue: Lehrstellen, Studiengänge, Bundesfreiwilligendienst nach dem Schulabschluss (Vereinsseite)
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„Nach abgeschlossener Schulausbildung und dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes versucht der FC Erzgebirge Aue, den Nachwuchsspielern adäquate Lehrstellenangebote, Studiengänge oder die Möglichkeit eines Bundesfreiwilligendienstes aufzuzeigen“
Quelle 33FC Erzgebirge Aue: Ausbildungsplätze nach sportlicher Perspektive und Anforderungsprofil (Vereinsseite)
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„Bei der Besetzung etwaiger Ausbildungsplätze werden dabei die sportlichen Perspektiven des jeweiligen Spielers und das Anforderungsprofil der zu besetzenden Ausbildungsstellen berücksichtigt.“
Quelle 34FC Erzgebirge Aue: Informationsveranstaltungen der Bundesagentur für Arbeit (Vereinsseite)
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„Informationsveranstaltungen durch die Bundesagentur für Arbeit“
Quelle 35SC Freiburg: Schulabschluss, andere Interessen, Identität jenseits der Leistung (Projektporträt EDU-DC)
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„As Philipp explains, the club wants to help players go as far as possible in football, while also making sure they finish school, develop other interests and build an identity beyond athletic performance.“
Auf Deutsch: „Wie Philipp erklärt, will der Verein den Spielern helfen, im Fußball so weit wie möglich zu kommen, und zugleich dafür sorgen, dass sie die Schule abschließen, andere Interessen entwickeln und eine Identität jenseits der sportlichen Leistung aufbauen.“
Quelle 36Einfluss des Fußballs auf die Dauer von Ausbildung oder Studium: 30,5 Prozent Verlängerung, 59,1 Prozent kein Einfluss, 10,3 Prozent Verbesserung (Ehnold u. a. 2024)
Zitat anzeigen(Original, EN)
„A (substantial) worsening of the duration of vocational or academic education is stated by 30.5% of the players, while 59.1% of the respondents report no influence. 10.3% of the female soccer players, state that the duration […] has (substantially) improved as a result of soccer“
Auf Deutsch: „Eine (deutliche) Verschlechterung der Dauer der beruflichen oder akademischen Ausbildung geben 30,5 % der Spielerinnen an, 59,1 % berichten keinen Einfluss. 10,3 % der Fußballspielerinnen geben an, dass sich die Dauer […] durch den Fußball (deutlich) verbessert hat“
Quelle 37Fußballschüler mit zwei Trainingseinheiten an zwei Vormittagen während der Schulzeit (Breithecker/Brandl-Bredenbeck 2017)
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„In dieser Sportklasse waren die EliteschülerInnen des Fußballs gemeinschaftlich im Ganztagsunterricht zusammengefasst und erhielten zwei Trainingseinheiten an zwei Vormittagen während der Schulzeit an den Trainingsstätten des nahgelegenen Leistungszentrums.“
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