Ab welchem Alter nehmen Leistungszentren Kinder auf?
Eine belegte Altersschwelle für den Einstieg ins Leistungszentrum gibt es nicht — und ein früher Einstieg ist statistisch nicht der bessere Weg. Dieser Text stellt nebeneinander, was die Richtlinien vorgeben, was die 56 Profile dieses Portals zeigen und was die Forschung über den Zeitpunkt sagt. Er empfiehlt kein Alter und rät weder zu noch von einem Wechsel.

Inhalt
Ab welchem Alter nimmt ein Leistungszentrum Kinder auf? Die Frage klingt nach einer Zahl, und eine Zahl kursiert auch: erst ab U14 sei ein Wechsel sinnvoll. In den Quellen, die wir dafür geprüft haben, steht sie so nicht.
Was dort steht, ist zweigeteilt. Die Richtlinien der Liga und die Seiten der Vereine beschreiben, ab wann ein Leistungszentrum Mannschaften führt, und das beginnt früh. Die Forschung beschreibt, wie sich ein früher Einstieg im Mittel über viele Sportlerinnen und Sportler auswirkt, und dieser Befund spricht nicht für früh. Ein Alter, ab dem ein Wechsel sinnvoll wird, nennt keine der geprüften Quellen. Dieser Text stellt beides nebeneinander, legt offen, woher die Zahl U14 stammt, und empfiehlt kein Einstiegsalter, weder für noch gegen einen Wechsel.
Zwei Fragen, die oft verwechselt werden
- Die Frage nach der Struktur.
- Ab wann führt ein Leistungszentrum Mannschaften, ab wann darf es Verträge schließen? Das steht in Richtlinien und auf Vereinsseiten: nachlesbar, wenn auch nicht einheitlich.
- Die Frage nach dem Zeitpunkt.
- Ab wann ist ein Wechsel für ein bestimmtes Kind der richtige Schritt? Darauf gibt keine der geprüften Quellen eine Antwort. Studien beschreiben Zusammenhänge über große Gruppen, Richtlinien beschreiben Pflichten von Vereinen. Beides ist keine Auskunft über euer Kind.
Wie die Leistungszentren aufgebaut sind
Die verbindliche Grundlage sind die Richtlinien der DFL für Leistungszentren (Anhang V zur Lizenzierungsordnung, Stand 05.12.2025). Sie teilen ein Leistungszentrum in drei Bereiche:
Die Leistungszentren gliedern sich in einen Grundlagen-, Aufbau- und Leistungsbereich (siehe Abbildung 1).
Die zugehörige Strukturgrafik derselben Richtlinien beschriftet ihre Achse mit „Beginn LZ ab U12“, daneben stehen „U15“ und „U19/U23“. Das Leistungszentrum im engeren Sinn beginnt dort also mit der U12.
Darunter ist vieles möglich, aber wenig Pflicht. Im Grundlagenbereich (U8 bis U11) verlangen die Richtlinien mindestens die Förderung einer Mannschaft „oder über Kooperationsvereine“; im Aufbaubereich sind „U12 oder U12/U13 optional“, wenn ein Verein die jüngeren Jahrgänge so abdeckt. Ausnahmslos verpflichtend ist damit erst die Altersklasse U14 bis U15 — als Pflicht des Vereins, nicht als Empfehlung für ein Kind. Dazu passt, dass die Tabelle der Kaderobergrenzen erst bei der U12 beginnt und dass „Spieler des Grundlagenbereichs (U8-U11) […] nicht am Wettspielbetrieb der Landesverbände teilnehmen“ müssen.
Auf ein höheres Alter ziehen sich die Richtlinien deshalb nicht zurück: Das Kooperationsmodell bindet junge Jahrgänge ausdrücklich an. „In jedem Amateurverein sind mindestens vier Mannschaften (U10 – U13) zu fördern, die ihrerseits für die Teilnahme am Spielbetrieb gemeldet sein müssen.“ Die Elternbroschüre von DFB und DFL sagt dasselbe in Elternsprache: Eigene Teams im Grundlagenbereich sind „für die LZ optional“, und „In der Regel startet das Talentförderprogramm des DFB mit der U12.“ Selbst die Bereichsgrenzen sind laut Broschüre „nicht allgemeinverbindlich und können durch die Leistungszentren eigenverantwortlich verschoben werden“.
Was die 56 Profile in unserem Verzeichnis zeigen
Was die Vereine tatsächlich tun, lässt sich aus unserem Bestand auszählen: Wir haben für alle 56 Profile das Feld „Altersstufen“ ausgewertet und je Verein die jüngste dort genannte Altersklasse bestimmt (Stand 18.10.2026).
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| U7 | 4 Leistungszentren |
| U8 | 3 Leistungszentren |
| U9 | 15 Leistungszentren |
| U10 | 14 Leistungszentren |
| U11 | 11 Leistungszentren |
| U12 | 9 Leistungszentren |
Die Verteilung: 4 Leistungszentren nennen als jüngste Klasse die U7, 3 die U8, 15 die U9, 14 die U10, 11 die U11 und 9 die U12. Zusammen führen 47 von 56 — 84 Prozent — mindestens eine Mannschaft unterhalb der U12. 22 von 56 nennen eine Mannschaft in der U9 oder jünger. Kein einziges der 56 Leistungszentren beginnt erst mit der U13 oder später.
- Wie wir gezählt haben.
- Grundlage sind alle 56 Profile dieses Portals, ohne Ausfälle. Kombinierte Angaben wie „U7/U8“ oder „U9/U10“ zählen mit ihrer jüngeren Hälfte. Ein Profil (VfL Osnabrück) nennt Buchstaben-Klassen; die E-Junioren entsprechen U10 und U11 und sind hier vorsichtig als U11 geführt. An den 47 unterhalb der U12 ändert das nichts.
- Was diese Zahlen nicht sagen.
- Das Feld „Altersstufen“ bildet ab, welche Mannschaften ein Verein öffentlich nennt, nicht ab welchem Alter er sichtet. Beides fällt auseinander: Holstein Kiel nennt als jüngste Stufe „U9/U10“ und schreibt zugleich: „Unterhalb der U12 sind unsere Perspektivteams aktiv und bilden dort den Einstieg in unsere Talentsichtung und -förderung.“ Unsere Auszählung belegt also die Struktur, nicht die Sichtungspraxis; eine Zählung der Sichtungspraxis wäre eine eigene Erhebung.
Was das Regelwerk über den Zeitpunkt sagt — und was nicht
Ein Mindest- oder Empfehlungsalter für die Aufnahme eines Kindes steht in keiner der von uns geprüften Ordnungen. Geregelt sind Pflichten des Vereins: welche Mannschaften er führt, wie groß die Kader sein dürfen, ab wann er Verträge schließen darf. Der sinnvolle Zeitpunkt für ein Kind ist kein Gegenstand dieser Regelwerke. Zwei Altersgrenzen sind trotzdem hart.
- Förderverträge erst ab U16.
- Die DFL-Richtlinien halten fest: „Mit U16-U19-Spielern im Leistungsbereich der Leistungszentren der Lizenzligen können Förderverträge abgeschlossen werden.“ Eine vertragliche Bindung an den Club sehen sie vorher nicht vor; was darin geregelt wird, steht unter Fördervertrag im Fußball: Was Eltern vorher wissen sollten.
- Internationale Wechsel grundsätzlich erst ab 18.
- Die FIFA schreibt in ihren Transferbestimmungen: „International transfers of players are only permitted if the player is over the age of 18.“ (auf Deutsch: „Internationale Transfers von Spielern sind nur zulässig, wenn der Spieler älter als 18 Jahre ist.“). Derselbe Artikel nennt fünf eng gefasste Ausnahmen, darunter einen Umzug der Eltern aus Gründen ohne Bezug zum Fußball und, zwischen 16 und 18, einen Wechsel innerhalb der EU oder des EWR. Wichtig: Die Regel betrifft grenzüberschreitende Wechsel, für einen Wechsel innerhalb Deutschlands gilt sie nicht.
Was die Forschung über den frühen Einstieg sagt
Die umfassendste Arbeit dazu ist eine Meta-Analyse von Arne Güllich und Michael Barth (Sports Medicine, 2023). Sie wertet 51 Effektstärken aus Studien mit zusammen 6233 Athletinnen und Athleten aus, über verschiedene Sportarten hinweg. Das Ergebnis fällt für Junioren und für Erwachsene gegenläufig aus:
Higher-performing junior athletes began TPP involvement at younger ages than lower-performing junior athletes, d̄ = − 0.53. In contrast, higher-performing senior athletes began TPP involvement at older ages than lower-performing senior athletes, d̄ = 0.56.
Auf Deutsch: Erfolgreichere Junioren-Athleten begannen die Teilnahme an Talentförderprogrammen in jüngerem Alter als weniger erfolgreiche Junioren-Athleten, d̄ = − 0,53. Umgekehrt begannen erfolgreichere Senioren-Athleten die Teilnahme an Talentförderprogrammen in höherem Alter als weniger erfolgreiche Senioren-Athleten, d̄ = 0,56.
Die Autoren fassen es so zusammen:
Consistent across different populations, early TPP involvement is positively correlated with short-term junior performance but is negatively correlated with long-term senior performance.
Auf Deutsch: Über verschiedene Gruppen hinweg übereinstimmend ist eine frühe Teilnahme an Talentförderprogrammen positiv mit der kurzfristigen Junioren-Leistung verbunden, aber negativ mit der langfristigen Senioren-Leistung.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist das ein Zusammenhang über Gruppen; er sagt nichts darüber, was für ein einzelnes Kind der richtige Zeitpunkt ist. Zweitens nennt die Meta-Analyse kein Alter: Sie spricht von einem späteren Einstieg, nicht von einer Altersklasse.
Kernaussage: Ein früher Einstieg in ein Talentförderprogramm hängt in der Forschung mit kurzfristigem Junioren-Erfolg zusammen, ein späterer mit höherer Leistung im Erwachsenenalter. Ein Alter, ab dem ein Wechsel sinnvoll wird, nennt weder die Studie noch ein Verband.
Eine zweite Arbeit setzt an die Stelle eines Richtwerts eine Beobachtung. Platvoet und Kolleginnen und Kollegen (Frontiers in Sports and Active Living, 2023) haben nachgesehen, wann die Spieler der Weltmeisterschaft 2022 in eine Profiakademie eingetreten sind: „World Cup Qatar 2022 players started playing for professional soccer academies at a median age of 13.2 years (range: 4.2–22.6).“ (auf Deutsch: „Die Spieler der Weltmeisterschaft 2022 in Katar begannen im Median mit 13,2 Jahren in Profi-Fußballakademien zu spielen (Spanne: 4,2–22,6).“) Ihr Schluss lautet: „An early start in a professional soccer academy is not a prerequisite for participation in FIFA's World Cup.“ (auf Deutsch: „Ein früher Beginn in einer Profi-Fußballakademie ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der FIFA.“)
Die eigentliche Aussage steckt in der Spanne: 4,2 bis 22,6 Jahre. Der Median von 13,2 Jahren ist eine Beobachtung an einer sehr kleinen und sehr besonderen Gruppe, kein Richtwert. Er begründet keine Altersschwelle und keine Empfehlung.
Güllich hat seine Befunde in Interviews auf den Nachwuchsfußball bezogen. Zur Aussagekraft früher Beurteilungen sagt er: „Man glaubt, bereits bei 8- bis 12-Jährigen erkennen zu können, wer das Potenzial zum Spitzenfußballer hat.“ Und weiter: „Die nachweisbare Vorhersagekraft von solchen Beurteilungen in dieser Altersgruppe, das haben wir und andere errechnet, liegt zwischen null und 3,5 Prozent.“
Zum Zeitpunkt eines Wechsels sagt er im selben Interview:
Wer in einem späteren Alter in ein NLZ wechselt, hat eine viel größere Chance, als Erwachsener in einem Profikader zu stehen. Die liegt dann bei ungefähr zehn Prozent.
Eine Altersklasse nennt er auch hier nicht. Wie beweglich Kader sind, zeigt eine dritte Zahl aus demselben Gespräch: „Nach jeder Spielzeit werden im Durchschnitt 29 Prozent eines Juniorenkaders ausgetauscht, und das recht gleichmäßig von der U11 bis zur U19.“
Der Geburtsmonat verschiebt die Auswahl
Zum Thema Alter gehört ein zweiter Effekt. Er betrifft nicht den Einstiegszeitpunkt, sondern die Einteilung in Jahrgänge: der relative Alterseffekt. Heilmann, Kuhlig und Stoll haben ihn 2024 für den deutschen Nachwuchs untersucht: „Data from the 2022–2023 season (120 teams, 3,174 players) were analyzed using chi-square tests.“ (auf Deutsch: „Daten aus der Saison 2022–2023 (120 Teams, 3.174 Spieler) wurden mit Chi-Quadrat-Tests ausgewertet.“) Ihr Ergebnis: „Significant RAE was found in the A-series (p < .001), B-series (p < .001), and third-division professionals.“ (auf Deutsch: „Ein signifikanter relativer Alterseffekt fand sich in der A-Jugend (p < .001), der B-Jugend (p < .001) und bei den Profis der dritten Liga.“)
Für euch heißt das: Ein Kind, das spät im Jahr geboren ist, spielt in seinem Jahrgang gegen Kinder, die bis zu fast ein Jahr älter sind. Das verschiebt die Auswahl, unabhängig davon, in welchem Alter ein Kind einsteigt. Ausführlich steht der Effekt in unserem Text dazu, was bei einer Sichtung bewertet wird.
Woher die Zahl „U14“ kommt
Bleibt die Zahl, die die Frage oft erst auslöst. „Nicht vor U14“ liest man in Elterngruppen und Foren als gesicherte Fachmeinung. Sie stammt aus einem Fachbeitrag der Hartplatzhelden gGmbH vom 01.03.2022. Dort heißt es: „Es ist daher auch nicht zweckmäßig, Jahrgänge früher als U14 in NLZ zu führen.“ Und: „Das Scouting von Kindern bis zu einem Alter von etwa 13 Jahren widerspricht den eindeutigen Ergebnissen der Studie.“
Das ist die Schlussfolgerung des Autors aus Güllichs Arbeiten, und als Schlussfolgerung ist sie nachvollziehbar. Sie ist aber weder eine Aussage Güllichs noch das Ergebnis einer Studie noch eine Vorgabe eines Verbands. In den DFL-Richtlinien, in der Elternbroschüre von DFB und DFL und in der Meta-Analyse von 2023 kommt U14 als empfohlenes Einstiegsalter nicht vor.
Güllichs eigene „14“ betrifft etwas anderes. Er beschreibt, wie lange spätere Weltklasse-Spieler neben dem Fußball noch andere Sportarten betrieben: „Im Durchschnitt haben sie, bis sie 14 Jahre alt waren, ihre anderen Sportarten betrieben.“ Die 14 ist hier das Alter, bis zu dem die zweite Sportart lief, nicht das Alter, ab dem ein Wechsel empfohlen wird. Seine Begründung dazu:
Je mehr in jungen Jahren in einer Sportart trainiert wird, desto weniger Spielraum haben die Kinder in der Zukunft für spätere Anpassungen und Lernprozesse, weil sie einen größeren Teil ihres Potenzials schon aufgebraucht haben.
Wer die Zahl U14 weitergibt, gibt also eine Schlussfolgerung weiter, keine Vorgabe. Im Regelwerk ist U14 an anderer Stelle eine Schwelle: Ab dieser Altersklasse ist je eine Mannschaft ausnahmslos Pflicht. Bei einzelnen Vereinen markiert sie das Ende des offenen Zugangs — Holstein Kiel schreibt: „Ab dem U14-Jahrgang finden keine Talenttage mehr statt – eine Teilnahme am Probetraining im Holstein-NLZ ist dann nur über eine direkte Einladung der KSV Holstein möglich.“ Das ist das Gegenteil eines empfohlenen Einstiegsalters.
Was die Struktur vorgibt
- Die Strukturgrafik der DFL setzt den Beginn des Leistungszentrums bei U12 an.
- Eigene Teams im Grundlagenbereich U8 bis U11 sind optional, auch über Kooperationsvereine.
- Ausnahmslos verpflichtend ist je eine Mannschaft in U14 und U15.
- Förderverträge sind erst mit Spielern des Leistungsbereichs ab U16 vorgesehen.
Was die Forschung zeigt
- Ein früher Einstieg geht mit kurzfristigem Junioren-Erfolg einher.
- Ein späterer Einstieg geht mit höherer Leistung im Erwachsenenalter einher.
- Beurteilungen von 8- bis 12-Jährigen haben kaum nachweisbare Vorhersagekraft.
- Die WM-Spieler von 2022 stiegen im Median mit 13,2 Jahren in eine Profiakademie ein, mit einer Spanne von 4,2 bis 22,6 Jahren.
- Ein Alter, ab dem ein Wechsel sinnvoll wird, nennt keine der geprüften Arbeiten.
Was wir nicht wissen
- Keine Altersschwelle in den Quellen.
- In keiner geprüften Quelle nennt ein Verband, eine Studie oder ein Wissenschaftler ein Alter, ab dem ein Wechsel ins Leistungszentrum sinnvoll wird.
- Ordnungen des DFB noch offen.
- Die DFB-Jugendordnung und die DFB-Spielordnung, auf die die Richtlinien verweisen, haben wir für diesen Text nicht im Volltext geprüft. Sollte dort ein Mindestalter stehen, tragen wir es nach.
- Sichtungspraxis nicht erhoben.
- Ab welcher Altersklasse die einzelnen Vereine sichten, ist in unserem Bestand nicht erfasst.
- Nichts davon ist eine Prognose.
- Alle genannten Zahlen beschreiben Gruppen und Strukturen. Für ein einzelnes Kind folgt daraus weder eine Wahrscheinlichkeit noch ein Zeitpunkt.
Was ihr jetzt tun könnt
- Klärt für euch, welche der beiden Fragen gerade dran ist: die nach der Struktur eines Vereins oder die nach dem Zeitpunkt für euer Kind. Auf die erste gibt es Auskünfte, auf die zweite keine allgemeine.
- Seht auf der Vereinsseite nach, welche Mannschaften in welchen Altersklassen geführt werden und ob es unterhalb der U12 überhaupt Teams gibt. Unsere Profile nennen dazu den Stand der letzten Prüfung.
- Fragt bei einer Einladung nach, ob sie zu einem Perspektiv- oder Kooperationsteam gehört oder zum Leistungszentrum selbst. Die Richtlinien sehen beide Wege vor.
- Prüft, wenn eine Zahl wie „ab U14“ fällt, wer sie sagt und worauf sie sich stützt: auf eine Verbandsvorgabe, auf eine Studie oder auf die Schlussfolgerung eines Autors.
- Notiert, was ihr selbst beobachtet: Wie geht es eurem Kind mit dem jetzigen Trainingsumfang? Wie lang wäre der Weg? Was sagt euer Kind dazu? Diese Fragen beantwortet keine Statistik für euch.
Weiterlesen
- Welche Voraussetzungen die Vereine nennen: NLZ-Voraussetzungen: Alter, Jahrgang und Wohnort
- Die drei Wege ins Leistungszentrum und der DFB-Stützpunkt: Wie kommt mein Kind ins Nachwuchsleistungszentrum?
- Fristen, Fälle und Fragen vor einer Entscheidung: Wechsel ins NLZ oder zurück: Was Eltern vorher klären
- Was bei einer Sichtung bewertet wird: Hat unser Kind Talent für Fußball? Was sich früh sagen lässt
- Welche Vereine offen sichten und welche nur einladen: Probetraining-Übersicht
- Alle erfassten Leistungszentren mit ihren Altersstufen: NLZ-Verzeichnis
- Wie realistisch die Aussichten sind: Chancen realistisch einordnen
Dieser Text ist eine allgemeine Einordnung von Verbands- und Studienangaben. Er ist keine Empfehlung für oder gegen einen Wechsel, keine Altersempfehlung und keine Prognose für euer Kind. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben des jeweiligen Vereins.
Quellen
Quelle 1Gliederung der Leistungszentren und Beginn des Leistungszentrums ab U12 (DFL-Richtlinien)
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„Die Leistungszentren gliedern sich in einen Grundlagen-, Aufbau- und Leistungsbereich (siehe Abbildung 1).“
Quelle 2Welche Mannschaften ein Leistungszentrum führen muss (DFL-Richtlinien)
Zitat anzeigen
„Grundlagenbereich (U8–U11): ohne Einschränkung, mind. jedoch Förderung 1 Mannschaft oder über Kooperationsvereine* / Aufbaubereich (U12–U13): je 1 Mannschaft, bei Förderung des Grundlagen- und Aufbaubereichs über Kooperationsvereine* sind U12 oder U12/U13 optional / (U14–U15): je 1 Mannschaft / Leistungsbereich (U16/U17): 1 oder 2 Mannschaften / (U18/U19): 1 oder 2 Mannschaften / (U23): 1 Mannschaft (optional)“
Quelle 3Kein Pflicht-Spielbetrieb im Grundlagenbereich (DFL-Richtlinien)
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„Spieler des Grundlagenbereichs (U8-U11) müssen nicht am Wettspielbetrieb der Landesverbände teilnehmen.“
Quelle 4Kaderobergrenzen sind erst ab U12 geregelt (DFL-Richtlinien)
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„Altersklasse | Anzahl Spieler (inkl. Torhüter) — U12 | Bis zu 20 · U13 | Bis zu 20 · U14 | Bis zu 20 · U15 | Bis zu 20 · U16 | Bis zu 22 …“
Quelle 5Eigene Teams im Grundlagenbereich U8 bis U11 sind optional (Elternbroschüre)
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„Grundlagenbereich (U8 bis U11) […] Eigene Teams im Grundlagenbereich sind für die LZ optional.“
Quelle 6Grenzen der Altersbereiche sind nicht allgemeinverbindlich (Elternbroschüre)
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„Die Grenzen der Altersbereiche sind nicht allgemeinverbindlich und können durch die Leistungszentren eigenverantwortlich verschoben werden.“
Quelle 7Beginn des DFB-Talentförderprogramms in der Regel mit der U12 (Elternbroschüre)
Zitat anzeigen
„In der Regel startet das Talentförderprogramm des DFB mit der U12.“
Quelle 8Förderverträge erst im Leistungsbereich ab U16 (DFL-Richtlinien)
Zitat anzeigen
„Mit U16-U19-Spielern im Leistungsbereich der Leistungszentren der Lizenzligen können Förderverträge abgeschlossen werden. Diese orientieren sich an einem Mustervertrag der DFL GmbH.“
Quelle 9Internationale Wechsel grundsätzlich erst ab 18 Jahren (FIFA)
Zitat anzeigen(Original, EN)
„International transfers of players are only permitted if the player is over the age of 18.“
Auf Deutsch: „Internationale Transfers von Spielern sind nur zulässig, wenn der Spieler älter als 18 Jahre ist.“
Quelle 10Ausnahmen von der Altersgrenze für internationale Wechsel (FIFA)
Zitat anzeigen(Original, EN)
„The following five exceptions to this rule apply: a) The player’s parents move to the country in which the new club is located for reasons not linked to football. b) The player is aged between 16 and 18 and: i. the transfer takes place within the territory of the European Union (EU) or European Economic Area (EEA); or ii. the transfer takes place between two associations within the same country.“
Auf Deutsch: „Die folgenden fünf Ausnahmen von dieser Regel gelten: a) Die Eltern des Spielers ziehen aus Gründen, die nicht mit dem Fußball zusammenhängen, in das Land, in dem der neue Club liegt. b) Der Spieler ist zwischen 16 und 18 Jahre alt und: i. der Transfer findet innerhalb des Gebiets der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) statt; oder ii. der Transfer findet zwischen zwei Verbänden innerhalb desselben Landes statt.“
Quelle 11Umfang der Meta-Analyse zum Einstiegsalter in Talentförderprogramme
Zitat anzeigen(Original, EN)
„The search yielded k = 51 effect sizes from N = 6233 athletes“
Auf Deutsch: „Die Suche ergab k = 51 Effektstärken von N = 6233 Athletinnen und Athleten“
Quelle 12Ergebnis der Meta-Analyse: Einstiegsalter bei Junioren und bei Erwachsenen
Zitat anzeigen(Original, EN)
„Higher-performing junior athletes began TPP involvement at younger ages than lower-performing junior athletes, d̄ = − 0.53. In contrast, higher-performing senior athletes began TPP involvement at older ages than lower-performing senior athletes, d̄ = 0.56.“
Auf Deutsch: „Erfolgreichere Junioren-Athleten begannen die Teilnahme an Talentförderprogrammen in jüngerem Alter als weniger erfolgreiche Junioren-Athleten, d̄ = − 0,53. Umgekehrt begannen erfolgreichere Senioren-Athleten die Teilnahme an Talentförderprogrammen in höherem Alter als weniger erfolgreiche Senioren-Athleten, d̄ = 0,56.“
Quelle 13Schlussfolgerung der Meta-Analyse zum frühen Einstieg
Zitat anzeigen(Original, EN)
„Consistent across different populations, early TPP involvement is positively correlated with short-term junior performance but is negatively correlated with long-term senior performance.“
Auf Deutsch: „Über verschiedene Gruppen hinweg übereinstimmend ist eine frühe Teilnahme an Talentförderprogrammen positiv mit der kurzfristigen Junioren-Leistung verbunden, aber negativ mit der langfristigen Senioren-Leistung.“
Quelle 14Beurteilung von 8- bis 12-Jährigen (Arne Güllich im Interview)
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„Man glaubt, bereits bei 8- bis 12-Jährigen erkennen zu können, wer das Potenzial zum Spitzenfußballer hat.“
Quelle 15Vorhersagekraft früher Beurteilungen (Arne Güllich im Interview)
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„Die nachweisbare Vorhersagekraft von solchen Beurteilungen in dieser Altersgruppe, das haben wir und andere errechnet, liegt zwischen null und 3,5 Prozent.“
Quelle 16Späterer Wechsel und Chance auf einen Profikader (Arne Güllich im Interview)
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„Wer in einem späteren Alter in ein NLZ wechselt, hat eine viel größere Chance, als Erwachsener in einem Profikader zu stehen. Die liegt dann bei ungefähr zehn Prozent.“
Quelle 17Jährlicher Austausch in Juniorenkadern (Arne Güllich im Interview)
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„Nach jeder Spielzeit werden im Durchschnitt 29 Prozent eines Juniorenkaders ausgetauscht, und das recht gleichmäßig von der U11 bis zur U19.“
Quelle 18Herkunft der Zahl U14: Schlussfolgerung eines Fachbeitrags
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„Es ist daher auch nicht zweckmäßig, Jahrgänge früher als U14 in NLZ zu führen.“
Quelle 19Bewertung des Scoutings jüngerer Kinder im selben Fachbeitrag
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„Das Scouting von Kindern bis zu einem Alter von etwa 13 Jahren widerspricht den eindeutigen Ergebnissen der Studie.“
Quelle 20Zweitsportart von Weltklasse-Fußballern bis etwa 14 (Arne Güllich)
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„Weltklasse-Fußballer haben im Mittelwert acht Jahre lang auch andere Sportarten betrieben und davon über sechs Jahre an Wettkämpfen teilgenommen. Im Durchschnitt haben sie, bis sie 14 Jahre alt waren, ihre anderen Sportarten betrieben.“
Quelle 21Begründung: frühe Spezialisierung verbraucht Entwicklungsspielraum (Arne Güllich)
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„Je mehr in jungen Jahren in einer Sportart trainiert wird, desto weniger Spielraum haben die Kinder in der Zukunft für spätere Anpassungen und Lernprozesse, weil sie einen größeren Teil ihres Potenzials schon aufgebraucht haben.“
Quelle 22Kooperationsmodell bindet die Jahrgänge U10 bis U13 an (DFL-Richtlinien)
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„In jedem Amateurverein sind mindestens vier Mannschaften (U10 – U13) zu fördern, die ihrerseits für die Teilnahme am Spielbetrieb gemeldet sein müssen.“
Quelle 23Perspektivteams unterhalb der U12 als Einstieg in die Sichtung (Holstein Kiel)
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„Unterhalb der U12 sind unsere Perspektivteams aktiv und bilden dort den Einstieg in unsere Talentsichtung und -förderung.“
Quelle 24Ab dem U14-Jahrgang keine Talenttage mehr (Holstein Kiel)
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„Ab dem U14-Jahrgang finden keine Talenttage mehr statt – eine Teilnahme am Probetraining im Holstein-NLZ ist dann nur über eine direkte Einladung der KSV Holstein möglich.“
Quelle 25Einstiegsalter der WM-Spieler 2022 in eine Profiakademie: Median und Spanne
Zitat anzeigen(Original, EN)
„World Cup Qatar 2022 players started playing for professional soccer academies at a median age of 13.2 years (range: 4.2–22.6).“
Auf Deutsch: „Die Spieler der Weltmeisterschaft 2022 in Katar begannen im Median mit 13,2 Jahren in Profi-Fußballakademien zu spielen (Spanne: 4,2–22,6).“
Quelle 26Schlussfolgerung: ein früher Start ist keine Voraussetzung (Platvoet u. a. 2023)
Zitat anzeigen(Original, EN)
„An early start in a professional soccer academy is not a prerequisite for participation in FIFA’s World Cup.“
Auf Deutsch: „Ein früher Beginn in einer Profi-Fußballakademie ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der FIFA.“
Quelle 27Datenbasis der Untersuchung zum relativen Alterseffekt im deutschen Nachwuchs
Zitat anzeigen(Original, EN)
„Data from the 2022–2023 season (120 teams, 3,174 players) were analyzed using chi-square tests.“
Auf Deutsch: „Daten aus der Saison 2022–2023 (120 Teams, 3.174 Spieler) wurden mit Chi-Quadrat-Tests ausgewertet.“
Quelle 28Ergebnis zum relativen Alterseffekt in A- und B-Jugend
Zitat anzeigen(Original, EN)
„Significant RAE was found in the A-series (p < .001), B-series (p < .001), and third-division professionals.“
Auf Deutsch: „Ein signifikanter relativer Alterseffekt fand sich in der A-Jugend (p < .001), der B-Jugend (p < .001) und bei den Profis der dritten Liga.“
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